Misa Criolla
Conjunto Ucayali hat seine eigene Fassung von diesem Meisterwerk erarbeitet. Das Cemballo wurde vollständig durch andere Instrumente wie z.B. die Gitarre (Kyrie, Agnus Dei), auch sogar durch Sikus und Chorbegleitung ersetzt (Sanctus). Außer den Sikus verwendet Conjunto Ucayali mehr traditionelle südamerikanische Instrumente wie z.B. Quena und Quenacho, welche in der Originalfassung nicht berücksichtigt worden sind. Für die Hervorhebung rhythmischer Elemente wurden Congas und Snare-Drum sowie die traditionelle Bombo legüero eingesetzt.
Die "Misa Criolla" ist Synonym für lateinamerikanische Folklore, verbunden mit tiefer Spiritualität. Sie wurde 1964 von Maestro Ariel Ramirez komponiert und 1967 in der Düsseldorfer Rheinhalle uraufgeführt. Dieser Messe liegt ein kastilischer Text zu Grunde, der die Elemente der römisch-katholischen Liturgie aufgreift.
Auf der Basis folkloristischer Rhythmen und Instrumente aus Argentinien entstanden, besticht sie zugleich durch ihre Schönheit und Vielschichtigkeit und führt damit, ohne den Verlust ihrer Authentizität, weit über die Grenzen regionaler Folklore hinaus.
Das Werk beginnt mit dem Kyrie in Form einer Baguala-Vidala, eine besondere Musikart aus dem Norden Argentiniens, die den Dramatismus des menschenleeren Hochplateaus der Andenkette darlegt.
Das Gloria beruht ebenfalls auf einem nordargentinischen bzw. bolivianischen Rhythmus: dem bekannten Carnavalito. Aber hier handelt es sich mehr um einen Ausdruck der Freude und des Jubels, wie es der Gottesdienst in seinem Freudensbeweis zu Gott beschreibt.
Nach Meinung des Komponisten ist das Credo ein zentrales Stück im Werk. Musikalisch wurde eine Chararera trunca, ein Rhythmus aus Zentralargentinien ausgewählt. Das Glaubensbekenntnis wird durch einen fast fanatischen, zerreissenden Rhythmus dargeboten und endet mit der Zusicherung, dass ewiges Leben nach dem Tod existiert.
Eines der schönsten und besonderen Ausdrucksweisen des bolivianischen Folklores ist der Carnaval cochabambino. Er dient als musikalische Grundlage für den Sanctus. Schliesslich endet die Misa Criolla mit dem Agnus Dei, einem typischen estilo pampeano aus der argentinischen Pampa-Region. Die Stimmen der Pampa zeigen eine endlose Leere und Einsamkeit, die voll von Ramirez in diesem Stück zum Ausdruck gebracht wird. Der universelle Wunsch nach Frieden kommt hier begeisternd zur Geltung.
Ariel Ramirez' "Misa Criolla" gehört zu den bekanntesten Zeugnissen spanischer und lateinamerikanischer Musikkultur. Der Geist der Kirchenmusik wird durchdrungen von absoluter Virtuosität. Ausgewählte Musik-Performer präsentieren diese ergreifende religiöse Variante der Folklore aus Lateinamerika.
Ein musikalisches Ereignis von höchster künstlerischer Qualität, eine atemberaubende Inszenierung mit unglaublicher Ausdruckskraft und Engagement.
Präsentiert in einer immer wieder neuen bewegenden Bühnenshow ist dieses einzigartige Klangbild, in dem sich traditionelle Formen mit denen des zeitgenössischen Folklores verbinden, eine unnachahmliche Mischung aus überliefertem Erbe und Puls der Zeit.

